exhibition_ismus

…versteh ich nicht!

Gepostet von in künstlerische Produktionen

  Ort: Edith Russ Haus  

So häufig schon stand ich vor Exponaten in Kunstausstellungen und das einzige, was in meinen Kopf kam, war: „Toll, es reizt mich, es spricht etwas in mir an, aber im Grunde… versteh ich es nicht.“ Aus einem solchen Gedanken kann Frust entstehen oder auch das Bedürfnis nach Anleitung, Erklärung. Sei es durch ein Begleitheft, eine Führung oder einen Audioguide, um ein solches Exponat näher kennenzulernen. Aber immer mehr fühle ich, dass es mich eher interessiert, Exponate nicht zu verstehen, als sie zu ergründen. Viel mehr bleiben mir so meine Eindrücke und Gefühle in Erinnerung, statt vorgefertigter Interpretationen oder Anekdoten. Nach einem Besuch der Ausstellung Roee Rosen: Live and Die as Eva Braun and Other Intimate Stories im Edith Russ Haus hatte ich wieder viele Eindrücke gesammelt, aber nichts fügte sich zu Interpretationen zusammen.

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Wir sind gut in der Zeit

Gepostet von in Nachgefragt

Die Sonne scheint und alle sind hoch motiviert. „Wir sind gut in der Zeit“, sagt die Gruppenkoordinatorin Ria. In der letzten Woche hat die Aufbauphase begonnen. Die Ausstellungsmacherinnen sind nun täglich im bau_werk. Ein Experte für Ausstellungstechnik steht ihnen beratend zur Seite. Es wird gestrichen, gesägt, gehämmert und alles was dazu gehört.

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Viele der Ausstellungsrequisiten stehen schon für ihre präsentierende Aufgabe bereit. Zumindest fast – einige sind dieser Tage noch zur Ablage umfunktioniert.

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Momentan noch Materialsammeltisch – am Samstag der Auramat. Jetzt fragt ihr euch bestimmt: „Was ist denn ein Auramat?“ Genaueres zu der Fragestellung „Nur das Original“ könnt ihr euch auf http://offengefragt.de/original-und-aura durchlesen und bis Samstag schon einmal überlegen, was sich hinter diesem ominösen Namen Auramat  verbirgt.

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Noch ist die Vitrine gut verpackt, aber am Samstag wird sie euch unter der Fragestellung „Wann kommt die Gegenwart?“ http://offengefragt.de/was-jetzt zum Nachdenken anregen. 

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Eingerahmt

Gepostet von in Überraschungsmoment

Das mumok (Museum Moderner Kunst) in Wien mag es künstlich. In allen Ausstellungsräumen werden die Objekte nur durch Kunstlicht inszeniert. Natürliches Licht bekommen hier weder Kunst noch ihre Liebhaber*innen zu Gesicht. Doch eine Stelle ist anders, ein Fenster gibt es und ermöglicht den Gästen des Hauses einen Panoramablick über Wien.

Wie ein in den Fensterrahmen eingelassenes Gemälde, präsentieren sich die Dächer der Stadt. Rote Dachpfannen zuerst, weiter hinten die sandfarbene Fassade des Kunsthistorischen Museums. Auch der Turm des Stephansdoms ist zu sehen. Der Blick aus dem Fenster dauert bei vielen Besucher*innen sogar etwas länger, als der auf das ein oder andere Objekt im Raum. Schon ok, find‘ ich.

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Lager Friedland

Gepostet von in wissenschaftliche Beiträge

– Grenzdurchgangslager Friedland –
Heimkehrerstraße 18
37133 Friedland

Das ist also Adresse all derer, die das sogenannte „Tor der Freiheit“ passiert haben. Wie passend. Am 20. September 1945 wurde das Grenzdurchgangslager nahe Göttingen als erste Anlaufstelle für Flüchtlinge, Vertriebene und Heimkehrer eingerichtet. Hunderttausende kommen, viele zu Fuß, die meisten jedoch mit dem Zug. Der Bahnhof liegt nur 200m vom Lager entfernt, ein weiterer Grund, wieso dieser Ort ausgewählt wurde. Bis Ende 1945 schleusen die Briten eine halbe Millionen Menschen durch das Lager für die Weiterreise in verschiedene Regionen Deutschlands – vor allem entlassene Kriegsgefangene und Vertriebene. Weil es immer mehr werden, müssen die Kriegsgefangenen Hand anlegen und weitere Barracken errichten, heute bekannt als „Nissenhütten“. Jeder Neuankömmling bekommt zuerst einen Registrierschein. Nur mit einem solchen gibt es die Möglichkeit auf neue Papiere, die Voraussetzung sind, um neue Arbeit oder eine Wohnung zu finden.

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Fragestellung: Andere »Kulturen« oder »Kulturen« mal anders?

Gepostet von in Essay, Nachgefragt

Die Spannung steigt. Am 16. April wird die Ausstellung „Offen gefragt! Wovon Ausstellungen sonst nicht sprechen“ eröffnet und es gibt noch viel zu tun. In den kommenden Wochen erfahrt ihr von uns mehr über die 10 Fragestellungen, die im Zentrum der Ausstellung stehen, und bekommt erste Informationen über die gezeigten Objekte der Ausstellung. In dem folgenden Interview stellen wir euch die Fragestellung „Andere »Kulturen« oder »Kulturen« mal anders?“ vor und verraten, worum es einer der Ausstellungsmacherinnen, Hannah Fiedler, geht.

Kritisch befragt sie die museale Repräsentation von der Welt als Mosaik verschiedener „Kulturen“. Folgende Fragen werden gestellt: „Ist diese Sichtweise angesichts der weltweiten Bewegungen von Ideen, Dingen und Menschen zutreffend? Sind Museen in der Lage, anders über kulturelle Zugehörigkeiten und Traditionen zu sprechen?

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Werkamalgam

Gepostet von in künstlerische Produktionen

Ort: Weserburg

In der Reflektion einer Glasscheibe spiegelt sich der Raum. Exponate, die mit Glasscheiben geschützt werden, oder in denen Glas ein gestalterisches Element ist, sind zumeist nur aus wenigen Winkeln oder gar nicht ohne eine Reflektion zu erblicken.

Spiegelung#4

Ein Amalgam ist eine Mischung aus mehreren Stoffen, die in den meisten Fällen nicht trennbar ist. Die Fotos, die ich hier präsentiere, bezeichne ich als ein Amalgam.

Spiegelung#7

Diese visuellen Eindrücke sind jedoch nur momenthafte Bruchstücke, die von Perspektive, Umgebung, Tageszeit und vielen weiteren Faktoren abhängig sind. Doch es geht mir nicht um die spezifische Perspektive, sondern die Amalgamhaftigkeit von Kunst mit Glasanteil.

Spiegelung#3

Das Glas interagiert automatisch mit dem Raum und bildet ständig neue Amalgame.

Spiegelung#2

Wie in einer Doppelbelichtung werden aus mehreren Bildern eines.

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Tatort München

Gepostet von in Ausstellungsbesuch

Es ist Samstag, der 27. Februar 2016. Die Sonne scheint und bereits morgens stand der Entschluss fest ins Museum zu gehen. Genauer gesagt ins Stadtmuseum München. Noch bis zum 29. Mai 2016 wird hier die Sonderausstellung „Gretchen mag’s mondän –Damenmode der 1930er Jahre“ gezeigt. Jegliche Form der Dokumentation der Ausstellung während des Museumsbesuches ist untersagt. Aufgrund dessen können keinerlei Fotos vom ‚Tatort‘ in diesem Beitrag gezeigt werden. Die knirschende Treppe passiert, offenbart sich hinter einer Glastür der Beginn der Ausstellung: Presseberichte, Mode Illustrationen, Titelseiten von Modemagazinen und Modezeichnungen rund um die dreißiger Jahre in Deutschland sind zu erahnen. Über die Präsentation jeglicher Abbildungen von Mode in den dreißiger Jahre soll der Raum wohl thematisch in die kommende Ausstellung einleiten.  Nachdem der erste Raum passiert war, gelangte ich in den eigentlichen Teil der Ausstellung.

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Möge die Macht mit dir sein

Gepostet von in Ausstellungsbesuch

Die Popkultur-Ausstellung „Star Wars Identities“, die noch bis zum 16. April in der MAK-Ausstellungshalle in Wien zu sehen sein wird, beschäftigt sich mit der Frage: Welche Mächte formen Dich? Mit Hilfe des multimedial aufbereiteten Star Wars-Universums können Besucher*innen ihre eigene Identität ergründen und mit den Identitäten der Star Wars-Charaktere spielen. Ziel der Ausstellung ist es, den Besucher*innen durch ausgeklügelte Technologie zu ermöglichen, ihre eigene, individuelle Star Wars-Persönlichkeit zu entwickeln. An zehn verschiedenen Stationen sollen Elemente der eigenen Identität mit fiktionalen Elementen aufgeladen werden. Am Ende ihres Besuchs sollen die Austellungsgänger*innen einen eigenen Star Wars-Charakter erschaffen haben.

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DON’T mind the Gap

Gepostet von in Überraschungsmoment

JUHUU! Das mumok in Wien hat Saaltexte mit Gender_Gap. 

Noch bis zum 24.04. zeigt das mumok die Ausstellung „Blühendes Gift – Zur feministischen Appropriation des österreichischen Unbewussten“, die von Studierenden und Lehrenden des Programms Master in Critical Studies an der Akademie der bildenden Künste Wien kuratiert wurde. Auf zwei Ebenen des Hauses thematisiert die Ausstellung den Blick der Kurator*innen auf die Werke der Sammlung des Hauses nach 1945.

Angestoßen durch die geschriebenen Texte der Studierenden und Lehrenden der Akademie der bildenden Künste, entschloss sich das mumok, den Gender_Gap auch in allen anderen Saaltexten zu nutzen. Ich finde es großartig und hoffe sehr, dass der Unterstrich das Haus nicht gemeinsam mit der Ausstellung wieder verlässt.

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Virtuelle Museen – einige Überlegungen

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Im 21. Jahrhundert scheinen Veränderungen schneller die sich immer weiter beschleunigende Globalisierung und Digitalisierung: das eigene tägliche Leben, unmittelbar zu durchdringen. Unser Alltag hat sich gewandelt. Über die neuen Technologien, das Smartphone, Tablet und das Social Web scheinen wir beständig am Weltgeschehen teilzunehmen, ja sogar partizipierend die Dinge zu verändern. Die Grenze zwischen Realem und Imaginärem scheint dabei stetig zu verschwimmen. Auch die Museumswelt bleibt davon nicht unberührt.

„Das Kulturnutzungsverhalten der Gesellschaft“ hat sich „durch die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien verändert.“(Bocatius 2014: 27).  Das Web 2.0 (Social Web) ist durch die Möglichkeit der Partizipation und der Möglichkeit, für Nutzer*innen Wissen zu generieren und auszutauschen, geprägt. Es verweist auf einen Raum, „[…] in dem Personen aktiv, selbstgesteuert und offen Plattformen, Anwendungen und Aktionen mitgestalten können.“ (Bocatius: 27).

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