Offen gefragt: Wie siehts aus beim Ausstellungsteam?

Gepostet von in Nachgefragt

Ende Januar haben wir uns mit dem Ausstellungsteam von „Offen gefragt! Wovon Ausstellungen sonst nicht sprechen“ zum Interview getroffen. Wir wollten wissen, wie der Stand der Dinge ist, wie sich die Mädels fühlen und was bis zur Eröffnung der Ausstellung am 16. April noch passieren muss. Den Inhalt des Interviews werden wir in drei Teilen den Februar über hier auf dem Blog veröffentlichen.

In 10 Wochen ist es soweit: die Studentinnen des Masters „Museum und Ausstellung“ werden ihre erste Ausstellung mit dem Titel „Offen gefragt! Wovon Ausstellungen sonst nicht sprechen“ im Bauwerk in Oldenburg eröffnen. Das Bedürfnis eine Ausstellung unter diesem Titel zu konzipieren hat ganz unterschiedliche Gründe. Einerseits dient das studentische Projekt als Übungsfeld und entstand aus dem Wunsch praktisch zu arbeiten und lernen zu wollen. So war für eine der Studentinnen das Thema anfangs auch erst einmal egal. „Ich hätte auch was über Gartenzwerge gemacht.“ Das Bedürfnis, das bisher im Studium erlernte Wissen zu visualisieren und anzuwenden führte dazu, dass die Einigung über das Thema relativ schnell und auch fast einstimmig erfolgte. Ein Thema, in dem sich alle individuellen Interessen der am Projekt beteiligten unterbringen lassen. Doch war die schnelle Einigung auch ein Trugschluss, da es sich um ein Metathema handelt, das sehr offen ist und im Nachhinein immer wieder erfordert, Schwerpunkte zusammenzubringen und die leitende Fragestellung an die Ausstellung nicht aus den Augen zu verlieren. Sie wollen kritisch bleiben und dieser kritische Blick auf die Museums- und Ausstellungslandschaft steht gleichzeitig auch für die Relevanz der Ausstellung.

Andererseits ist das universitätsbasierte Projekt, das für einige der Studentinnen entscheidend bei der Wahl des Master-Studienganges war, eben auch Pflicht. Der Wunsch sich ausprobieren zu können und die Möglichkeit dies in einem abgesicherten Rahmen zu tun, gestalten und strukturieren die Ausstellungsarbeit maßgeblich. Der universitäre Background, der sich wie ein unsichtbares Sprungtuch unter die Projektarbeit legt, mag erleichternd sein, jedoch sorgt die Verortung als Studentinnen auch dafür, dass gefühlt immer der letzte Sprung zur realen Praxis fehlt. In der außeruniversitären Ausstellungslandschaft sind Aufgabenbereiche anders strukturiert, Spezialisierungen und Hierarchien geben andere und manchmal vielleicht auch produktivere Strukturen vor. Hier macht und durchläuft Jede trotz individueller Schwerpunkte gefühlt Alles. Mit der Arbeit in den Kleingruppen haben sie nach eigener Aussage vielleicht zu spät begonnen. Anfangs waren es ganze 18, die auch alle Sinn machten, jedoch auch gebündelt funktioniert hätten. Eine der Studentinnen wurde mittlerweile zur Koordinatorin gewählt. Sie behält den Überblick, stellt Verknüpfungen her und die anderen nehmen ihre Ansagen dankend an. Auch dies ist eine wertvolle Erfahrung, Verantwortung abgeben zu können, ohne das Gefühl zu bekommen, übergangen zu werden. „Man lernt im Prozess zu unterscheiden zwischen Interesse und Kompetenz.“ Die eigenverantwortliche Arbeitsstruktur des Projekts sorgt trotz und gerade wegen Krisensituationen dafür, dass eigene Fähigkeiten und Grenzen erprobt werden können. Aktuell ist eine der großen Herausforderungen die Szenografie der Ausstellung, die für die Studentinnen ganz am Ende kommt. Objektbezogene Fragestellungen und individuelle “Ausstellungsecken“ zu rahmen und Verbindungen herzustellen, wird viel Zeit und Raum für Diskussionen einfordern.

Das Bedürfnis die Ausstellung zu eröffnen ist gestiegen, auch um zu beweisen, dass man dem Leistungs- und Zeitdruck standhält. „Ich hab immer mehr Motivation. Vielleicht ist es der Druck, der mir gut tut. Ich hab das Gefühl es wird immer besser. Wir werden das rocken!“ Die Erfahrung als Team auch unter Zeitdruck arbeiten zu können/ müssen, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und die Verantwortung für das Gelingen des Ausstellungsprojekts gemeinsam zu tragen, ist wohl die lehrreichste im gesamten Studium.