Nachgefragt: bei einer Ausstellungsbesucherin

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Ort: Kunsthalle Bremen // Thomas Hirschhorn. Nachwirkung

In der Ausstellung bin ich mit einer Besucherin ins Gespräch gekommen, die vor einem der Werke aus der Sammlung des Hauses stand. Da die Werke der alten Meister nicht mit Objektschildern versehen waren, wollte ich von ihr wissen, ob sie diese vermisst. Die Besucherin hätte die Objektbeschilderung jedoch eher als Störfaktor wahrgenommen, der sie „wieder aus der Ruine rausgenommen und in das tatsächliche Museum zurückgebracht hätte“. Für sie persönlich war der einführende Text zu Beginn der Ausstellung ausreichend, um sich den Raum samt Inhalt erklären zu können.

Obwohl sie den Raum als Irritation wahrgenommen hat und das Motiv der Ruine für sie Verfall symbolisiert, fehlte ihr „der letzte Schritt“. „Zu clean, immer noch zu museumsmäßig“ war ihr der Raum, in dem sie bspw. den „Geruch von Bier oder Urin, sowie Staub und Dreck als logische Konsequenz“ vermisst hat. Auch realer Müll oder ein Einkaufswagen wären für sie weitere Gegenstände gewesen, die ihr Gefühl in einer Ruine zu sein, noch mehr bestärkt hätten. Jedoch sei ihr durchaus bewusst, dass „der Künstler diese Dinge vielleicht auch gar nicht einbringen wollte, um den Symbolcharakter der Installation hervorzuheben“.