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Gepostet von in Ausstellungsbesuch

Ort: Mailand, Design Museum Triennale

Das Jahr 2015 im September. Im Vergleich zu Deutschland ist es echt warm. T-Shirt-Wetter in Mailand, Expo-Stadt. Ein externer Standort ist das Design Museum. Großes Oberthema ist „Essen und Trinken“. In drei voneinander getrennt zu besuchenden Ausstellungsabfolgen gehen Besucher*innen auf Zeitreise. Die Objekte reichen von Ansammlungen von verschieden verziertem Essbesteck über Retro-Kühlschränke bis hin zu ganzen Häusern, gebaut aus Baguette-Stangen. Viele Ensembles ziehen die Aufmerksamkeit wie magisch auf sich, andere stoßen ab, widern an, verwundern, empören und erschrecken.

Welche chemischen Prozesse passieren eigentlich in Mund, Speiseröhre und Magen, um zerkaute Nahrungsmittel zu verdauen? Ein Film klärt auf. Ein kleiner Screen, eingebaut in einen Teller, der in ein Abendbrot-Szenario integriert ist, verfolgt den Weg einer köstlichen Spaghetti Bolognese von der Gabel bis in den Magen.

Von weitem sieht es aus wie ein Ausschnitt eines Festivals: Mehrere Schlafsäcke liegen auf dem Boden, dort wo sonst Köpfe von Menschen aus den eingerollten Decken ragen würden, gucken hier… Ja, was eigentlich? heraus. Ein paar Meter nähergekommen: Aha! Hier sind Würste eingepackt. Da bekommt der Ausdruck „Bockwurst im Schlafrock“ ja nochmal eine ganz andere Bedeutung!

An anderer Stelle sind mehrere riesige Fotografien hinter verglasten Rahmen an der Wand angebracht. Steht man direkt davor, bleibt der Sinn zuerst verborgen. Also: Abstand nehmen. Fotografiert sind in extremer Nahaufnahme verschimmelte Lebensmittel. Besucher*innen stehen vor den Aufnahmen und der Schimmel springt ihnen quasi ins Gesicht….Ähm… Ja… Lecker! Noch jemand Lust auf einen Snack?

Wieviele Tausende Tonnen Lebensmittel jedes Jahr produziert, verschlungen, entsorgt werden, wieviele Millionen Schweine in Mastanlagen zusammengepfercht, wieviele Abermillionen gentechnisch veränderte Samen in Riesen-Gewächshäusern zu Salatköpfen herangezüchtet und aus welchem Grund Paprika mit zu vielen Auswüchsen von Supermärkten aussortiert werden, können interessierte Besucher*innen hier erfahren.

Hier ein kleine Auswahl der sehr beeindruckenden Ausstellung: