Inside Out

Gepostet von in Ausstellungsbesuch

Vergangene Woche war ich im wunderschönen Antwerpen unterwegs und habe das Museum aan de Stroom (MAS), das Museum für Zeitgenössische Kunst (M HKA) und das FotoMuseum (FoMo) besucht. Auch wenn die Inhalte innerhalb der Mauern des jeweiligen Museums spannend waren, widmet sich dieser Beitrag gezielt dem Blick aus dem Museum. Mich freut es immer wieder, wenn ich mich vor Museen aufhalte oder auch aus den Fenstern der Häuser gucke und dann dem Museum zugehörige Installationen, Objekte oder Visualisierungen von Marketingstrategien entdecke.

Im M HKA bekommen die Besucher*innen an der Kasse einen Sticker mit den Initialen des Museums, der seinen Platz während des Aufenthalts im Haus gut sichtbar an der Oberbekleidung finden soll. Beim Verlassen des Museums kleben die Besucher*innen ihre Sticker an eine gegenüberliegende Fassade. Schon von weitem ist eine bunte Ansammlung zu erkennen und die Neugierde, herauszufinden was es ist, steigt. Was genau es ist, kann nämlich erst erkannt werden, wenn man genau davor steht. Diese partizipative Aktion der Raumgestaltung zeigt das künstlerische Potential des öffentlichen Raums als Schauplatz für Kunst.

Im FoMo habe ich beim Blick aus der Fensterfront ein Porträt entdeckt. Hier gefällt mir besonders, wie die Konstruktion der gläsernen Fassade, je nach Blickwinkel, für eine Rahmung des Bildes sorgt oder dieses auch unterteilt.

Das MAS ist eines der Häuser, die neben einer ansprechenden Inszenierung ihrer musealen Inhalte auch durch die Architektur des Gebäudes selbst faszinierend sind. Die gebogene Glasfront, die sich mit Unterbrechungen über das gesamte Haus erstreckt, ermöglicht den Besucher*innen einen beeindruckenden Ausblick über Antwerpen. Der Blick auf den Hafen ist ebenso schön wie die Entdeckung des Dead Skull, ein 1600m² großes Mosaik von Luc Tuymans. Steht man auf dem Vorplatz des Gebäudes ist es nicht zu erkennen, aber aus dem fünften Stock hat man einen idealen Blick auf den Totenkopf. Und auch ein Restaurant hat erkannt, welche Wirkung man mit dem Blick der Besucher*innen von oben erzielen kann: „Hungry after climbing MAS…?“

Es sind diese kleinen spielerischen Entdeckungen, die das räumliche Erlebnis eines Museumsbesuches verstärken. Gerne mehr davon!