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Fragestellung: Andere »Kulturen« oder »Kulturen« mal anders?

Gepostet von in Essay, Nachgefragt

Die Spannung steigt. Am 16. April wird die Ausstellung „Offen gefragt! Wovon Ausstellungen sonst nicht sprechen“ eröffnet und es gibt noch viel zu tun. In den kommenden Wochen erfahrt ihr von uns mehr über die 10 Fragestellungen, die im Zentrum der Ausstellung stehen, und bekommt erste Informationen über die gezeigten Objekte der Ausstellung. In dem folgenden Interview stellen wir euch die Fragestellung „Andere »Kulturen« oder »Kulturen« mal anders?“ vor und verraten, worum es einer der Ausstellungsmacherinnen, Hannah Fiedler, geht.

Kritisch befragt sie die museale Repräsentation von der Welt als Mosaik verschiedener „Kulturen“. Folgende Fragen werden gestellt: „Ist diese Sichtweise angesichts der weltweiten Bewegungen von Ideen, Dingen und Menschen zutreffend? Sind Museen in der Lage, anders über kulturelle Zugehörigkeiten und Traditionen zu sprechen?

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Virtuelle Museen – einige Überlegungen

Gepostet von in Essay

Im 21. Jahrhundert scheinen Veränderungen schneller die sich immer weiter beschleunigende Globalisierung und Digitalisierung: das eigene tägliche Leben, unmittelbar zu durchdringen. Unser Alltag hat sich gewandelt. Über die neuen Technologien, das Smartphone, Tablet und das Social Web scheinen wir beständig am Weltgeschehen teilzunehmen, ja sogar partizipierend die Dinge zu verändern. Die Grenze zwischen Realem und Imaginärem scheint dabei stetig zu verschwimmen. Auch die Museumswelt bleibt davon nicht unberührt.

„Das Kulturnutzungsverhalten der Gesellschaft“ hat sich „durch die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien verändert.“(Bocatius 2014: 27).  Das Web 2.0 (Social Web) ist durch die Möglichkeit der Partizipation und der Möglichkeit, für Nutzer*innen Wissen zu generieren und auszutauschen, geprägt. Es verweist auf einen Raum, „[…] in dem Personen aktiv, selbstgesteuert und offen Plattformen, Anwendungen und Aktionen mitgestalten können.“ (Bocatius: 27).

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Die Krux des Aufzeichnens

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Aufzeichnen als patizipatorische kulturelle Praxis ist im Zuge der Smartphone-Generation ein fester Bestandteil unserer Alltagspraxis geworden. Über Social Media Kanäle wird Erlebtes Freunden bei Facebook, Follower oder allgemein über YouTupe,  zugänglich gemacht. Fotos oder Videos in Museen anzufertigen und somit den eigenen Museumsbesuch aufzuzeichnen, ist heute keine Besonderheit mehr. So hatte auch ich mir vorgenommen im Zuge einer empirischen Forschung, meinen Museumsbesuch per Handy  aufzuzeichnen um die Aufzeichnungen später für meine Forschungszwecke zu nutzen.

Am Beispiel der Ausstellung „Augen auf – 100 Jahre Leica Fotografie“ die anlässlich des 100 Jährigen Bestehens der Firma Leica im Haus der Photographie vom 24. Oktober 2014 bis zum 11. Januar 2015 in Hamburg ausgestellt wurde[1] wollte ich mich mit Fotografie als Aufzeichnungsmedium auseinandersetzten.

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Fashionshow in der Kunsthalle

Gepostet von in Ausstellungsbesuch, Essay

„I love München“ schrieb Jean Paul Gaultier und präsentiert den gehenden Besucher*innen seine Interpretation der Wiesn Tracht– artifiziell, erotisch anspielend und detailverliebt.

„Jean Paul Gaultier – „From the Sidewalk to the Catwalk“ ist einmalig in Deutschland in der Kunsthalle in München zu sehen. Vom 18. September 2015 bis zum 14. Februar 2016 können Besucher_innen in die Schaffenswelt Gaultiers eintauchen.

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Das Wort eintauchen wird an dieser Stelle zum Konzept. Die in den Medien viel beachtete und gefeierte Ausstellung hat auch mich fasziniert.

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Gedämpftes Licht, verschiedenartige Klänge und Stimmen, Gesang und bekannte Popmusik – was für eine Geräuschkulisse: Sprechende und singende Puppen, die uns die Kreationen Gaultiers zum Betrachten anbieten. Projizierte Gesichter verleihen ihnen verschiedene Charaktere, die in einen Dialog mit den Kreationen zu treten scheinen.

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Google Art Project 2: Aura & optisch Unbewusstes

Gepostet von in Essay

In der ersten Betrachtung des Google Art Project ging es um die virtuellen Museumsrundgänge. Diese zweite Abhandlung wird sich anhand Walter Benjamins Aufsatz Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit (1963) mit den Gigapixelreproduktionen des Google Art Project beschäftigen.

Im Google Art Project gibt es verschiedene Möglichkeiten verschiedene Objekte anzuschauen. Es gibt hochauflösende Aufnahmen von Malereien, Zeichnungen etc. und auch Fotos von Skulpturen, Installationen, Fundstücken usw. Auf der Startseite präsentiert Google einzelne Werke, andere Werke lassen sich anhand von Künstler*in, Material oder Sammlungen suchen.

Google Art Project Suche

Anders als im virtuellen Museumsrundgang sind die Bilder von keiner Verzerrung betroffen, haben eine sehr gute Qualität und Auflösung und die Benutzeroberfläche verschwindet nach wenigen Sekunden, in denen die Maus nicht bewegt wurde, damit die Werke ohne visuelle Irritation genossen werden können.

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The Google Art Project 1: Museumsrundgang

Gepostet von in Essay

Ort: Art Museum of the Americas, Washington DC.

Das Google Art Project bietet seit 2011 2 verschiedene Möglichkeiten die Inhalte bedeutender internationaler Kunstmuseen zu erleben. Die erste Möglichkeit ist ein virtueller Gang durch eine Reproduktion des Museums, ähnlich wie Google Street View. Jedoch ist der virtuelle Museumsrundgang nicht für jedes Museum möglich. Die zweite Möglichkeit ist, von Google fotografierte Bilder anzuschauen und miteinander zu vergleichen. Leider kommt es vor, dass sich beide Möglichkeiten bei Museen komplett unterscheiden, es können 2 gänzlich unterschiedliche Ausstellungen zu sehen sein.

Google Art Project 4

Dieser Beitrag setzt sich nur mit der Möglichkeit des virtuellen Museumsrundganges auseinander. In einem zweiten Teil werde ich auf die Möglichkeit der hochauflösenden Bilder eingehen.

Die Ausstellung, die ich hier behandle, habe ich relativ willkürlich ausgewählt.

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Nachwirkung. Der Sinn auf wackeligen Beinen

Gepostet von in Ausstellungsbesuch, Essay

„Der Besucher verlässt die Rauminstallation von Thomas Hirschhorn nicht ohne Nachwirkung: Nachdenklich und vor allem erleichtert, dem klaustrophobischen Raum entkommen zu sein.“[1]

In den drei Sälen der Großen Galerie der Kunsthalle Bremen erschafft der Konzeptkünstler Thomas Hirschhorn mit seiner Arbeit Nachwirkung eine Rauminstallation, die zu Momenten der Irritation führt. Die Frage nach der Bedeutung von Kunst, dem Sinn des Ausstellens, scheint ins Wanken zu geraten. Der Künstler bezeichnet die Arbeit als eine Installation am „Abgrund der Sinnlosigkeit“, die bei dem/der Betrachter*in jede Gewissheit verschwinden lässt.[2]

Fünf Werke aus der Sammlung der Kunsthalle werden in die Installation integriert. Der Künstler beschreibt die Integrierung der Kunstwerke, als Symbolisierung der ‚eigentlichen Zeit’ und den ‚eigentlichen Ort’ der Arbeit Nachwirkung. Die Wahrheit seiner Arbeit werden durch Graffiti an den Wänden, als Symbole für ‚Elemente und Energien’ die zusammenhangslos zu dem Gebäude stehen, deutlich.

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The Stanley Parable

Gepostet von in Essay

Reihe: Virtualität – Virtuelle Möglichkeitsräume

In Videospielen sind Museen kein vollkommen ungewöhnlicher Ort. Aber meistens gibt es dann nur 2 Verwendungszwecke für sie. Entweder wird die Story vorangetrieben, indem sich im Museum Expert*innen oder Artefakte befinden, oder es ist ein fulminanter Schauplatz für virtuelle Morde. Diese beiden Verwendungen finden sich zum Beispiel in Fahrenheit, Runaway: A Road Adventure, Mafia: The City of Lost Heaven, Mafia II, Tom Clancy’s Rainbow Six Rogue SpearHitman Absolution und Screen Cheat.

Aus diesem Muster fällt The Stanley Parable heraus. Das Videospiel ist durch und durch dekonstruktivistisch und hinterfragt das Verhältnis von Avatar und Spieler*in, den eigenen Willen in einem determinierten Umfeld und was überhaupt ein Videospiel und eine Geschichte ist.

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Raum_Lösung

Gepostet von in Essay

Es ist vollbracht – der Raum steht fest. „Frei, unabhängig, Shabby- und Industrial Chic“, dass sind die Worte mit denen die Ausstellungsmacher*innen das Gebäude ihrer Wahl beschreiben. Doch bevor wir die Katze aus dem Sack lassen noch ein paar Hintergrundinformationen.

Die Frage nach dem Raum war von Anfang an zentral. Für die Ausstellungsmacherinnen stand fest: Sie wollen einen Raum nicht einfach bespielen, sondern sie wollen mit dem Raum agieren.

Die erste Beschäftigung mit dem Thema Raum fand noch ohne eine konkrete Auswahl von Objekten statt. Außer Frage stand, dass der Raum und seine Repräsentation mit dem Ausstellungskonzept und dessen dekonstruierendem Charakter in Bezug auf die Institution Museum einhergehen muss. Weitere entscheidende Faktoren waren die Größe des Raumes, Barrierefreiheit, Kosten, Mietzeitraum, technische Möglichkeiten und Eintrittspreise.

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Raum_Fragen

Gepostet von in Essay

Die Köpfe qualmen. Mal Stille, dann wildes Durcheinandergerede. Bei diesem Treffen der Studierenden geht es um die Frage des Raumes – vom Rand aus nehme ich als stille Beobachterin an der Sitzung teil. Was repräsentiert der Raum? Die Fragen nach der Repräsentation des Raumes sind zentral für die Entscheidung des Ausstellungsorts. Dieser Beitrag widmet sich den Kriterien, die für die Studierenden bei der Wahl des Raumes zentral sind. Räume haben Macht. Sie repräsentieren Werte. Unabhängig von der Lage, Größe und dem bestehenden Interieur fragen die Studierenden nach den sozialen Bedeutungen, die an den Raum gebunden sind.

20151013_225934ersuch gruppe_raumfragen 3Der Raum, der zur Diskussion steht, befindet sich in einem Museum. Positiv wäre, dass die Besucher_innen des Museums automatisch auch zu Besucher_innen der geplanten Ausstellung werden würden.

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