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Fragestellung: Andere »Kulturen« oder »Kulturen« mal anders?

Gepostet von in Essay, Nachgefragt

Die Spannung steigt. Am 16. April wird die Ausstellung „Offen gefragt! Wovon Ausstellungen sonst nicht sprechen“ eröffnet und es gibt noch viel zu tun. In den kommenden Wochen erfahrt ihr von uns mehr über die 10 Fragestellungen, die im Zentrum der Ausstellung stehen, und bekommt erste Informationen über die gezeigten Objekte der Ausstellung. In dem folgenden Interview stellen wir euch die Fragestellung „Andere »Kulturen« oder »Kulturen« mal anders?“ vor und verraten, worum es einer der Ausstellungsmacherinnen, Hannah Fiedler, geht.

Kritisch befragt sie die museale Repräsentation von der Welt als Mosaik verschiedener „Kulturen“. Folgende Fragen werden gestellt: „Ist diese Sichtweise angesichts der weltweiten Bewegungen von Ideen, Dingen und Menschen zutreffend? Sind Museen in der Lage, anders über kulturelle Zugehörigkeiten und Traditionen zu sprechen?

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Werkamalgam

Gepostet von in künstlerische Produktionen

Ort: Weserburg

In der Reflektion einer Glasscheibe spiegelt sich der Raum. Exponate, die mit Glasscheiben geschützt werden, oder in denen Glas ein gestalterisches Element ist, sind zumeist nur aus wenigen Winkeln oder gar nicht ohne eine Reflektion zu erblicken.

Spiegelung#4

Ein Amalgam ist eine Mischung aus mehreren Stoffen, die in den meisten Fällen nicht trennbar ist. Die Fotos, die ich hier präsentiere, bezeichne ich als ein Amalgam.

Spiegelung#7

Diese visuellen Eindrücke sind jedoch nur momenthafte Bruchstücke, die von Perspektive, Umgebung, Tageszeit und vielen weiteren Faktoren abhängig sind. Doch es geht mir nicht um die spezifische Perspektive, sondern die Amalgamhaftigkeit von Kunst mit Glasanteil.

Spiegelung#3

Das Glas interagiert automatisch mit dem Raum und bildet ständig neue Amalgame.

Spiegelung#2

Wie in einer Doppelbelichtung werden aus mehreren Bildern eines.

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Tatort München

Gepostet von in Ausstellungsbesuch

Es ist Samstag, der 27. Februar 2016. Die Sonne scheint und bereits morgens stand der Entschluss fest ins Museum zu gehen. Genauer gesagt ins Stadtmuseum München. Noch bis zum 29. Mai 2016 wird hier die Sonderausstellung „Gretchen mag’s mondän –Damenmode der 1930er Jahre“ gezeigt. Jegliche Form der Dokumentation der Ausstellung während des Museumsbesuches ist untersagt. Aufgrund dessen können keinerlei Fotos vom ‚Tatort‘ in diesem Beitrag gezeigt werden. Die knirschende Treppe passiert, offenbart sich hinter einer Glastür der Beginn der Ausstellung: Presseberichte, Mode Illustrationen, Titelseiten von Modemagazinen und Modezeichnungen rund um die dreißiger Jahre in Deutschland sind zu erahnen. Über die Präsentation jeglicher Abbildungen von Mode in den dreißiger Jahre soll der Raum wohl thematisch in die kommende Ausstellung einleiten.  Nachdem der erste Raum passiert war, gelangte ich in den eigentlichen Teil der Ausstellung.

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Möge die Macht mit dir sein

Gepostet von in Ausstellungsbesuch

Die Popkultur-Ausstellung „Star Wars Identities“, die noch bis zum 16. April in der MAK-Ausstellungshalle in Wien zu sehen sein wird, beschäftigt sich mit der Frage: Welche Mächte formen Dich? Mit Hilfe des multimedial aufbereiteten Star Wars-Universums können Besucher*innen ihre eigene Identität ergründen und mit den Identitäten der Star Wars-Charaktere spielen. Ziel der Ausstellung ist es, den Besucher*innen durch ausgeklügelte Technologie zu ermöglichen, ihre eigene, individuelle Star Wars-Persönlichkeit zu entwickeln. An zehn verschiedenen Stationen sollen Elemente der eigenen Identität mit fiktionalen Elementen aufgeladen werden. Am Ende ihres Besuchs sollen die Austellungsgänger*innen einen eigenen Star Wars-Charakter erschaffen haben.

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DON’T mind the Gap

Gepostet von in Überraschungsmoment

JUHUU! Das mumok in Wien hat Saaltexte mit Gender_Gap. 

Noch bis zum 24.04. zeigt das mumok die Ausstellung „Blühendes Gift – Zur feministischen Appropriation des österreichischen Unbewussten“, die von Studierenden und Lehrenden des Programms Master in Critical Studies an der Akademie der bildenden Künste Wien kuratiert wurde. Auf zwei Ebenen des Hauses thematisiert die Ausstellung den Blick der Kurator*innen auf die Werke der Sammlung des Hauses nach 1945.

Angestoßen durch die geschriebenen Texte der Studierenden und Lehrenden der Akademie der bildenden Künste, entschloss sich das mumok, den Gender_Gap auch in allen anderen Saaltexten zu nutzen. Ich finde es großartig und hoffe sehr, dass der Unterstrich das Haus nicht gemeinsam mit der Ausstellung wieder verlässt.

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Virtuelle Museen – einige Überlegungen

Gepostet von in Essay

Im 21. Jahrhundert scheinen Veränderungen schneller die sich immer weiter beschleunigende Globalisierung und Digitalisierung: das eigene tägliche Leben, unmittelbar zu durchdringen. Unser Alltag hat sich gewandelt. Über die neuen Technologien, das Smartphone, Tablet und das Social Web scheinen wir beständig am Weltgeschehen teilzunehmen, ja sogar partizipierend die Dinge zu verändern. Die Grenze zwischen Realem und Imaginärem scheint dabei stetig zu verschwimmen. Auch die Museumswelt bleibt davon nicht unberührt.

„Das Kulturnutzungsverhalten der Gesellschaft“ hat sich „durch die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien verändert.“(Bocatius 2014: 27).  Das Web 2.0 (Social Web) ist durch die Möglichkeit der Partizipation und der Möglichkeit, für Nutzer*innen Wissen zu generieren und auszutauschen, geprägt. Es verweist auf einen Raum, „[…] in dem Personen aktiv, selbstgesteuert und offen Plattformen, Anwendungen und Aktionen mitgestalten können.“ (Bocatius: 27).

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NS-Dokumentationszentrum München

Gepostet von in Ausstellungsbesuch

„Warum München?“ und „Warum eine Beschäftigung mit der NS-Zeit heute?“, sind die Leitfragen mit denen sich das NS-Dokumentationszentrum auseinandersetzt.

Als „Stadt der Bewegung“ ist München wie keine andere Stadt mit dem Aufstieg und folglich auch mit dem Terrorregime der Nationalsozialisten in Deutschland verbunden. Am 1. Mai 2015 eröffnete das als Lern- und Erinnerungsort bezeichnete NS-Dokumentationszentrum.

Der weiße Betonwürfel steht am Königsplatz auf dem ehemaligen Gelände des „Braunen Hauses“ – die einstige Parteizentrale der NSDAP. Nichts an der Architektur erinnert an das frühere Gebäude der Nazis. Er sticht hervor und hebt sich demonstrativ von den umliegenden  neoklassizistischen Bauten ab.

Oft stand das NS-Dokumentationszentrum noch vor dessen Eröffnung in der Kritik. Die verantwortlichen Architekten sagen „das NS-Dokumentationszentrum wird somit gleichsam zu einem neuen öffentlichen Standort für eine distanzierte Betrachtung des belasteten Umfeldes, der sie auf eine axiale Perspektive angelegte Platzkomposition bewusst aus einem anderen Blickwinkel vorführt“.

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E A T

Gepostet von in Ausstellungsbesuch

Ort: Mailand, Design Museum Triennale

Das Jahr 2015 im September. Im Vergleich zu Deutschland ist es echt warm. T-Shirt-Wetter in Mailand, Expo-Stadt. Ein externer Standort ist das Design Museum. Großes Oberthema ist „Essen und Trinken“. In drei voneinander getrennt zu besuchenden Ausstellungsabfolgen gehen Besucher*innen auf Zeitreise. Die Objekte reichen von Ansammlungen von verschieden verziertem Essbesteck über Retro-Kühlschränke bis hin zu ganzen Häusern, gebaut aus Baguette-Stangen. Viele Ensembles ziehen die Aufmerksamkeit wie magisch auf sich, andere stoßen ab, widern an, verwundern, empören und erschrecken.

Welche chemischen Prozesse passieren eigentlich in Mund, Speiseröhre und Magen, um zerkaute Nahrungsmittel zu verdauen? Ein Film klärt auf. Ein kleiner Screen, eingebaut in einen Teller, der in ein Abendbrot-Szenario integriert ist, verfolgt den Weg einer köstlichen Spaghetti Bolognese von der Gabel bis in den Magen.

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