exhibition_ismus

Buchstabentapete : Von der Schwierigkeit, Ausstellungstexte zu schreiben

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Ort: Kunsthalle Bremen, Schloss Oldenburg

In dem Beitrag Wortklauberei  habe ich euch bereits einen kleinen Einblick in die Regeln für Museumstexte gegeben. Nun geht es in die Praxis und ich möchte euch an aktuellen Beispielen zeigen, wie häufig die Realität in Museen aussieht. Zur Erinnerung: Worauf kommt es bei den Begleittexten zu Ausstellungen am meisten an?

  • Als erstes: Texte werden in Museen meistens nur als Begleiterscheinung oder Zusatzinformation in Kauf genommen, selten wirklich mit Begeisterung gelesen
  • Überschriften müssen interessant gestaltet und deutlich visuell hervorgehoben sein, sodass sie die Aufmerksamkeit der Besucher*innen auf sich ziehen, Texttafeln müssen groß genug sein, sodass auch mehrere Besucher*innen gleichzeitig lesen können
  • Es muss eine klare Hierarchie in den Textebenen vorhanden sein, welche auch visuell schnell ekennbar ist
  • Die Sprache der Texte muss sich in die Kommunikation der Besucher*innen einfügen können und sollte einen persönlichen Stil der Autor*innen nicht preisgeben
  • Texte sollten kurz und prägnant sein, die Zeilen nicht zu lang konzipiert werden und – wenn möglich – pro Zeile eine Sinneinheit abgedruckt werden

Ich werde in diesem Beitrag Fotos von Betextungen zeigen, nicht immer werden diese lesbar sein, sondern sollen teilweise nur einen Raumeindruck oder ein Lesegefühl vermitteln.

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Die Krux des Aufzeichnens

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Aufzeichnen als patizipatorische kulturelle Praxis ist im Zuge der Smartphone-Generation ein fester Bestandteil unserer Alltagspraxis geworden. Über Social Media Kanäle wird Erlebtes Freunden bei Facebook, Follower oder allgemein über YouTupe,  zugänglich gemacht. Fotos oder Videos in Museen anzufertigen und somit den eigenen Museumsbesuch aufzuzeichnen, ist heute keine Besonderheit mehr. So hatte auch ich mir vorgenommen im Zuge einer empirischen Forschung, meinen Museumsbesuch per Handy  aufzuzeichnen um die Aufzeichnungen später für meine Forschungszwecke zu nutzen.

Am Beispiel der Ausstellung „Augen auf – 100 Jahre Leica Fotografie“ die anlässlich des 100 Jährigen Bestehens der Firma Leica im Haus der Photographie vom 24. Oktober 2014 bis zum 11. Januar 2015 in Hamburg ausgestellt wurde[1] wollte ich mich mit Fotografie als Aufzeichnungsmedium auseinandersetzten.

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#begierdeobjekt

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Ort: NRW Forum Düsseldorf

„Darf ich hier fotografieren?“ – anscheinend hätte ich mir die Frage beim Betreten der Ausstellung „Ego Update. Die Zukunft der digitalen Identität“ im NRW Forum Düsseldorf sparen können, denn beantwortet wurde sie seitens der jungen Aufsicht mit einem etwas verwunderten Lachen und einem deutlichen JA. Dabei ist die Erlaubnis zur Fotografie in Ausstellungsräumen nach wie vor keine Selbstverständlichkeit.

Bis zum 17.01. konnte die erste von Alain Bieber kuratierte Ausstellung in seiner Position als künstlerischer Leiter des NRW Forums besucht werden. Sie beschäftigte sich mit Fragen wie „Wer will oder soll ich sein? Wie greift das digitale und technologische Weltgeschehen in die menschliche Identität ein, und was für eine Gesellschaft wird dabei entstehen? Wie werden unsere Identitätsvorstellungen und Wünsche durch die digitale Kommunikation geprägt oder erschaffen?“.

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Nachgefragt: Ist-Zustand des Ausstellungsprojekts

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Nach den Weihnachtsfeiertagen und ersten Schritten im neuem Jahr wollen wir euch in Nachgefragt auf den aktuellen Stand der Ausstellungsgruppe bringen. Im Zuge der immer näher rückenden Ausstellungseröffnung 16. April 2016, werden wir euch ab Februar vermehrt über die Fortschritte des Ausstellungsteams berichten.

In diesem Nachgefragt wird es nun darum gehen, womit sich die Ausstellungsmacherinnen gerade am meisten beschäftigen. Als Interviewpartnerin stand mir Ria zur Verfügung. Sie ist Studentin des Masterstudiengangs Museum & Ausstellung und Koordinatorin des Ausstellungsprojekts Offen gefragt! Wovon Ausstellungen sonst nicht sprechen!

Auf die Frage, was sie denn gerade in der Gruppe am meisten beschäftige, lachte Ria erst einmal und meinte: „kannst du das konkretisieren?; „vor kurzem hatten wir ein präventives Coaching, dessen Resultate wir gerade versuchen umzusetzen“.

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Wortklauberei

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Museen als Aufbewahrungs- und Ausstellungsorte der Dinge vermitteln besonders durch Objektarrangements und durch ihre spezifischen Visualisierungspraktiken ganz bestimmte Narrationen, Geschichten und Erzählungen. Und das tun sie meist mit Unterstützung von Texten. Einfluss nimmt natürlich auch die Raumsituation, das Licht, die Anordnung und vieles mehr. Inhalte und Botschafen werden durch das Zusammenspiel all dieser Mittel übertragen. Aber eben auch durch Betextungen – zuerst einmal egal in welchem Umfang – werden Deutungsangebote gemacht und Zuweisungen vorgenommen. (vgl. Muttenthaler/Wonisch, 2006). Damit Museumstexte für die Besucher*innen von Ausstellungen angenehm zu lesen sind und nicht alle nach den ersten paar Sätzen aufgeben und weiter wandern, müssen sie sowohl formal als auch inhaltlich ganz speziellen Anforderungen genügen. Wie so häufig im Museum, ist die eigentliche Arbeit – der Denk- und Planungsprozess – im Endprodukt kaum sichtbar.

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Offen gefragt im bau_werk

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Um ein Gefühl für den Ausstellungsraum zu bekommen hat das Team der Ausstellung Offen gefragt! Wovon Ausstellungen sonst nicht sprechen sich am Ausstellungsort bau_werk getroffen. Fragen nach der räumlichen Ausstattung, Steckdosenverteilung, Lichtsituation und Temperatur lassen sich viel leichter in der konkreten Umgebung beantworten. Gleichzeitig bietet ein Treffen vor Ort die Möglichkeit der Entwicklung neuer Ideen, wie der Raum genutzt und die Ausstellung generell aufgebaut werden könnte. Ein paar Eindrücke von dem Treffen, dass im November stattfand, habe ich mitgefilmt. Tee, Decken und Bewegung waren unbedingt notwendig, da die Raumtemperatur ungefähr 4° betrug.

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Fashionshow in der Kunsthalle

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„I love München“ schrieb Jean Paul Gaultier und präsentiert den gehenden Besucher*innen seine Interpretation der Wiesn Tracht– artifiziell, erotisch anspielend und detailverliebt.

„Jean Paul Gaultier – „From the Sidewalk to the Catwalk“ ist einmalig in Deutschland in der Kunsthalle in München zu sehen. Vom 18. September 2015 bis zum 14. Februar 2016 können Besucher_innen in die Schaffenswelt Gaultiers eintauchen.

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Das Wort eintauchen wird an dieser Stelle zum Konzept. Die in den Medien viel beachtete und gefeierte Ausstellung hat auch mich fasziniert.

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Gedämpftes Licht, verschiedenartige Klänge und Stimmen, Gesang und bekannte Popmusik – was für eine Geräuschkulisse: Sprechende und singende Puppen, die uns die Kreationen Gaultiers zum Betrachten anbieten. Projizierte Gesichter verleihen ihnen verschiedene Charaktere, die in einen Dialog mit den Kreationen zu treten scheinen.

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Google Art Project 2: Aura & optisch Unbewusstes

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In der ersten Betrachtung des Google Art Project ging es um die virtuellen Museumsrundgänge. Diese zweite Abhandlung wird sich anhand Walter Benjamins Aufsatz Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit (1963) mit den Gigapixelreproduktionen des Google Art Project beschäftigen.

Im Google Art Project gibt es verschiedene Möglichkeiten verschiedene Objekte anzuschauen. Es gibt hochauflösende Aufnahmen von Malereien, Zeichnungen etc. und auch Fotos von Skulpturen, Installationen, Fundstücken usw. Auf der Startseite präsentiert Google einzelne Werke, andere Werke lassen sich anhand von Künstler*in, Material oder Sammlungen suchen.

Google Art Project Suche

Anders als im virtuellen Museumsrundgang sind die Bilder von keiner Verzerrung betroffen, haben eine sehr gute Qualität und Auflösung und die Benutzeroberfläche verschwindet nach wenigen Sekunden, in denen die Maus nicht bewegt wurde, damit die Werke ohne visuelle Irritation genossen werden können.

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The Google Art Project 1: Museumsrundgang

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Ort: Art Museum of the Americas, Washington DC.

Das Google Art Project bietet seit 2011 2 verschiedene Möglichkeiten die Inhalte bedeutender internationaler Kunstmuseen zu erleben. Die erste Möglichkeit ist ein virtueller Gang durch eine Reproduktion des Museums, ähnlich wie Google Street View. Jedoch ist der virtuelle Museumsrundgang nicht für jedes Museum möglich. Die zweite Möglichkeit ist, von Google fotografierte Bilder anzuschauen und miteinander zu vergleichen. Leider kommt es vor, dass sich beide Möglichkeiten bei Museen komplett unterscheiden, es können 2 gänzlich unterschiedliche Ausstellungen zu sehen sein.

Google Art Project 4

Dieser Beitrag setzt sich nur mit der Möglichkeit des virtuellen Museumsrundganges auseinander. In einem zweiten Teil werde ich auf die Möglichkeit der hochauflösenden Bilder eingehen.

Die Ausstellung, die ich hier behandle, habe ich relativ willkürlich ausgewählt.

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