exhibition_ismus

Im Museum wird nicht nachts gearbeitet

Gepostet von in künstlerische Produktionen

Ort: Park Sanssouci (Potsdam) und Völkerschlachtdenkmal mit Museum (Leipzig)

Reihe: Staubsauger, Putzlappen und Bohrmaschine – Alltag in Ausstellungen

Eigentlich ist es ja ganz logisch. Auch in den schönsten Parks und Gärten, auch in den prunkvollsten Gebäuden und eindrucksvollsten Museen wird eher selten nachts gearbeitet. Ergo passen Leitern, Heckenscheren, Staubsauger und Bohrmaschinen zwar optisch nicht immer ins Bild, sind aber dennoch unverzichtbar, um den tadellosen Eindruck einer solchen Einrichtung zu bewahren. Ebenso braucht es Feuermelder, Fluchttüren und Wegweiser, die zugegeben manchmal in Gemäuern des 16.Jahrhunderts ein wenig deplatziert wirken. Doch ohne sie geht es nicht. Aber was macht das mit Besucher*innen? Kann ein solches „Eingreifen“ in das Erscheinungsbild, die Aura eines Ortes, schon als kleine Intervention oder sogar als Dekonstruktion beschrieben werden (auch wenn dies natürlich keinesfalls intendiert ist)?

Weiterlesen

Die Stadt als Bühne für Kunst

Gepostet von in Ausstellungsbesuch

„Sculpture Line“ // öffentlicher Raum // Prag

 

Das Open-Air Ausstellungsprojekt „Sculpture Line“ nutzte im Sommer 2015 die Möglichkeiten des öffentlichen Raumes der Stadt Prag, um Einwohner- wie auch Besucher*innen Skulpturen und andere Objekte zu präsentieren. Die Arbeiten von lokalen und internationalen Künstler*innen interagieren mit ihren Schauplätzen, fügen sich wie selbstverständlich in die Stadt ein und animieren die Menschen zu einer Entdeckungsreise durch Prag.

Eines der Objekte, das seinen Platz im Rahmen von „Sculpture Line“ im öffentlichen Raum der Stadt Prag gefunden hat, ist die Installation „Laundresses“ der tschechischen Künstlerin Veronika Psotková. Im Innenhof des Neustädter Rathauses (Novoměstská radnice) hängen Figuren aus Draht in unterschiedlichen Größen und Haltungen.

Durch die Installation werden Besucher*innen aufgefordert ihren Blick nach oben zu richten und so rückt gleichzeitig die Architektur des historischen Gebäudes in den Fokus.

Weiterlesen

Raum_Lösung

Gepostet von in Essay

Es ist vollbracht – der Raum steht fest. „Frei, unabhängig, Shabby- und Industrial Chic“, dass sind die Worte mit denen die Ausstellungsmacher*innen das Gebäude ihrer Wahl beschreiben. Doch bevor wir die Katze aus dem Sack lassen noch ein paar Hintergrundinformationen.

Die Frage nach dem Raum war von Anfang an zentral. Für die Ausstellungsmacherinnen stand fest: Sie wollen einen Raum nicht einfach bespielen, sondern sie wollen mit dem Raum agieren.

Die erste Beschäftigung mit dem Thema Raum fand noch ohne eine konkrete Auswahl von Objekten statt. Außer Frage stand, dass der Raum und seine Repräsentation mit dem Ausstellungskonzept und dessen dekonstruierendem Charakter in Bezug auf die Institution Museum einhergehen muss. Weitere entscheidende Faktoren waren die Größe des Raumes, Barrierefreiheit, Kosten, Mietzeitraum, technische Möglichkeiten und Eintrittspreise.

Weiterlesen

Ganz große Kunst

Gepostet von in Ausstellungsbesuch

Alfons Muchas „Slawisches Epos“ // Messepalast // Prag

Ach Herr Mucha,
über fast zwei Jahrzehnte an einem aus zwanzig großformatigen Gemälden bestehenden Bilderzyklus zu arbeiten, ist wahrlich eine Herausforderung, die Sie zu Lebzeiten gemeistert haben. Ihr „Slawisches Epos“ stellt in einem realistisch-monumentalen Stil Ereignisse aus der Geschichte der slawischen Völker, insbesondere Ihres geliebten tschechischen Volkes dar. Bis zu acht Meter breit und sechs Meter hoch sind die Gemälde und passen somit nicht gerade über die Sofas in den Wohnzimmern dieser Welt. Diese Form der Präsentation war von Ihnen aber wohl auch nie intendiert. Als Sie das „Slawische Epos“ 1928 erstmals der Öffentlichkeit im Messepalast, im Prager Stadtteil Holsĕvice, präsentierten, hatte das tschechische Volk nur Kritik für Ihren nicht mehr zeitgemäßen Stil übrig.

Weiterlesen

Raum_Fragen

Gepostet von in Essay

Die Köpfe qualmen. Mal Stille, dann wildes Durcheinandergerede. Bei diesem Treffen der Studierenden geht es um die Frage des Raumes – vom Rand aus nehme ich als stille Beobachterin an der Sitzung teil. Was repräsentiert der Raum? Die Fragen nach der Repräsentation des Raumes sind zentral für die Entscheidung des Ausstellungsorts. Dieser Beitrag widmet sich den Kriterien, die für die Studierenden bei der Wahl des Raumes zentral sind. Räume haben Macht. Sie repräsentieren Werte. Unabhängig von der Lage, Größe und dem bestehenden Interieur fragen die Studierenden nach den sozialen Bedeutungen, die an den Raum gebunden sind.

20151013_225934ersuch gruppe_raumfragen 3Der Raum, der zur Diskussion steht, befindet sich in einem Museum. Positiv wäre, dass die Besucher_innen des Museums automatisch auch zu Besucher_innen der geplanten Ausstellung werden würden.

Weiterlesen

Mitgebloggt: Kurator_innen von Homosexualität_en im Gespräch

Gepostet von in Mitgebloggt

Veranstaltung:
Dare the im_possible/ Wage das Un_mögliche
Panel:
Funktionieren queerfeministische Interventionen im Museum?

Eine der populärsten, queerfeministischen Interventionen in Museen waren die Aktionen der Guerillia Girls, die mit statistischen Auswertungen auf strukturelle Benachteiligung von Frauen und auf strukturelle Unterdrückung hinwiesen. Die Guerrillia Girls sind eine Gruppe, die von außen Museen betrachtet und Kritik anbringt. Kann es ebenso funktionieren, aus dem Inneren der musealen Strukturen die Institution zu verändern?

Guerillia Girls
Copyright © Guerrilla Girls;    Website: Guerilliagirls.com

Die Kurator*innen der Ausstellung Homosexualität_en, die noch bis zum 1.12.15 im Schwulen Museum*, Berlin, und dem Deutschen Historischen Museum, Berlin, stattfindet, haben genau dies versucht. In der Podiumsdiskussion von Dare the im_possible haben sie von ihren Intentionen und Erfahrungen berichtet.

Weiterlesen

Gedichte über Mailand

Gepostet von in Überraschungsmoment

Ort: Mailand, Domplatz

Ich stehe in Mailand auf dem Domplatz , dem Piazza del Duomo. Es ist 20.20 Uhr und eigentlich möchte ich den Dom besichtigen, der wie ein ehrfürchtiger Zeuge aller Geschehnisse in der Dämmerung stumm dasteht. Der Platz ist voll von Menschen, die Einkaufsläden der Oberklasse haben noch geöffnet. Es ist viel los, aber hektisch fühlt es sich nicht an. Die meisten Menschen haben sicherlich Feierabend, stromern noch ein wenig umher. Am Domplatz gibt es unzählige Cafés und Restaurants. Es ist angenehm warm für Ende September und ich brauche nicht einmal meine Jacke. Noch ist der Himmel gedeckt blau, aber die Sonne ist nicht mehr zu sehen und es wird nun langsam gemütlicher. Die Lampen des gesamten Domplatzes sind angeschaltet, es hat fast etwas von Weihnachtsmarkt-Atmosphäre, wenn es nicht so warm wäre.

Weiterlesen

Zeichnen zu später Stunde

Gepostet von in künstlerische Produktionen

Event: Nacht der Museen Oldenburg

Ort: Oldenburger Schloß, Oldenburger Kunstverein, Edith-Russ-Haus

Jedes Jahr gibt es eine Nacht der Museen in Oldenburg, bei der ein Verbund an Museen bis 24 Uhr geöffnet hat. Ich hab mich mit einer Gruppe Zeichner*innen dort hinbegeben und in jedem Museum in mindestens einer Zeichnung aktuelle Flyer als Collage eingearbeitet. Ziel war es für mich zu verschiedenen Zeitpunkten an verschiedenen Orten die Stimmungen im Museum einzufangen.

Weiterlesen

Es ist soweit!

Gepostet von in Überraschungsmoment

Liebe Leser*innen,

wir heißen euch herzlich Willkommen auf exhibition_ismus!

 

Die Idee für den Blog entstand im Rahmen einer Kooperation der beiden Masterstudiengänge “Kulturanalysen” und “Museum und Ausstellung” am Institut für Materielle Kultur an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Beide Studiengänge sehen ein auf zwei Semester angelegtes Projekt vor, das von den Studierenden selbstständig umgesetzt wird. Ergänzend zum Projekt des Masters „Museum und Ausstellung“, dessen Studierende eine Ausstellung zum Thema “Ausstellen” konzipieren und umsetzen, setzen wir Studentinnen der Kulturanalysen uns über das Medium Blog mit verschiedenen Sichtweisen auf Ausstellungen und Objekte auseinander, lassen neue Zugänge, Gedanken und Blickwinkel auf die Institution Museum und ihr Medium Ausstellung zu und werden den Prozess der Ausstellungsplanung des Masters “Museum und Ausstellung” sowie die Ausstellung selbst zum Schwerpunkt unseres Blogs machen.

Weiterlesen

0